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seit dem 05.11.2005
Reha in der Baumrainklinik Bad Berleburg

Irgendwann Anfang des Jahres 2002 beantragte ich, auf den Rat meiner HNO-Ärztin, meine erste Reha-Maßnahme wegen Tinnitus und der damaligen Schwerhörigkeit, bei meinem Rentenversicherungsträger, der BfA. Es dauerte nicht lang und ich bekam den Bewilligungsbescheid, dass ich für voraussichtlich 4 Wochen in die Baumrainklinik nach Bad Berleburg fahren könne.

Bad Berleburg liegt im südöstlichen Zipfel Nordrhein-Westfalens am Rothaarkamm und ist das Zentrum des Wittgensteiner Landes. Die Baumrainklinik liegt am Rande von Bad Berleburg auf einer Anhöhe. Da ich hier aber nicht über Ausstattung etc. schreiben möchte, sondern über meine Erfahrungen in der Klinik, kann sich jeder, der Interesse hat unter externer Link in neuem Fenster folgthttp://www.baumrainklinik.de selbst informieren.

Angereist bin ich mal an einem Mittwoch, es war der 05.06.2002. Der Rest des Tages war ausgefüllt mit den üblichen Aufnahme-Formularitäten. Ich lernte den für mich zuständigen Stationsarzt kennen, der nach einem Gespräch mit mir zusammen einen Rehabilitationsplan aufstellte. Dieser wird in einem kleinen Buch niedergeschrieben und bei jeder Anwendung von der zuständigen Person unterschrieben. Um nicht alles im Detail zu erzählen, möchte ich hier eine Übersicht geben, welche therapeutischen Leistungen ich in Anspruch genommen habe:
Tinnitusgruppe, Schwerhörigengruppe, Gehörlosengruppe, Einzelgespräche mit Psychologen, Tinnitus-Sprechstunde, Gebärdensprachkurs, Wirbelsäulengymnastik, Rückenschule, Gruppengymnastik, Wassergymnastik, Ergometertraining, Kraftausdauertraining, Kneippsche Anwendungen, klassische Massagen und Entspannungstraining.
Wie zu erkennen ist, hatte ich ein umfangreiches Programm.
Sehr gut getan haben mir die psychologischen Einzelgespräche, da mein zuständiger Therapeut selbst hörbehindert war und somit die besten Vorraussetzungen für den Umgang mit mir hatte.

Sehr beeindruckt war ich von dem Chefarzt der Baumrainklinik, Dr.med.R.Zeh. Er hat auf beiden Seiten ein Cochlear Implantat, aber seine Art und Weise damit umzugehen, hat mich sehr beeindruckt, da ich selbst zu diesem Zeitpunkt noch versucht habe, meine Hörbehinderung zu verstecken.
Was mir selbst am besten in Erinnerung blieb, ist das Gefühl, dass man unter einer Glocke sitzt, bei einer solchen Reha. Jeder mit dem ich Kontakt hatte, war entweder hörgeschädigt, hatte Tinnitus oder wie ich, beides. Man wusste untereinander, wie es ist, man brauchte sich nicht zu erklären und das fand ich selbst sehr toll.
Ich hatte das Glück, eine Verlängerung zu bekommen, so dass ich insgesamt 6 Wochen in der Baumrainklinik war. Man konnte mir logischerweise weder meinen Tinnitus nehmen, noch mein Gehör wiederherstellen, aber mein Selbstwertgefühl wurde ungemein gesteigert. Seit meinem Aufenthalt in der Baumrainklinik gehe ich selbstbewusster mit meiner Behinderung um. Auch habe ich aus einigen Vorträgen viel für mich selbst mitnehmen können. Ich wusste vorher weder, dass es Vibrationswecker gibt, noch Lichtsignalanlagen oder auch Micro-Port-Anlagen. Die Aufklärung über technische Hilfsmittel und den Weg der Antragsstellung war sehr gut. Ich habe jetzt einige Dinge in meinem Haushalt und es erleichtert den Tagesablauf ungemein.

Ich kann jedem Betroffenen einen Aufenthalt in dieser Klinik empfehlen, auch wenn der Weg der Antragsstellung oftmals schwierig ist!

Seite zuletzt geändert am 25.04.2010 11:08
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