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Ich und mein treuer Gefährte im Ohr

Tinnitus ist ein medizinischer Fachausdruck für Ohrgeräusche (pfeifen, rauschen, zischen, summen), welche objektiv nicht existieren. Nur der Betroffene selbst nimmt die Töne wahr.

Seit meinem 13. Lebensjahr habe ich Tinnitus.
Anfangs war es ein Piepen, welches ab und zu vorhanden war, aber von mir ignoriert wurde. Im Laufe der Jahre entwickelte er sich zu einem dauerhaften Pfeifton.
Mein Tinnitus ist als chronisch und dekompensiert zu bezeichnen. Das heißt, mittlerweile hat der Tinnitus große und massive Auswirkungen auf sämtliche Lebensbereiche bei mir. Konzentrations- und Schlafstörungen sind schon ein Teil von mir.

Nach meiner vollständigen Ertaubung im April 2005 begann mein persönlicher "Tinnitus-Horror".

 

Konnte ich ja vorher wenigstens mit dem Hörgerät etwas hören und somit den Tinnitus "überspielen", war nach der Ertaubung nichts mehr, was ich nutzen konnte, um mein Gehirn anderweitig zu beschäftigen. Buch lesen, Fernseh schauen, mein ganzer Tagesablauf war ohne Akustik, außer meinem Tinnitus?ein ständiges monotones Pfeifen. Irgendwann merkte ich, wenn ich mich viel beschäftige, dann zwinge ich meinen Tinnitus nach hinten.

 

Dies begann schon während meiner Umschulung, da war ja lernen und wiederholen angesagt, ich gab meinen Tinnitus die erste Zeit nach der Ertaubung keine Chance mich im Griff zu haben. Irgendwann aber und sogar ziemlich bald, war es aber soweit, dass er mich doch im Griff hatte. Wollte ich schlafen, raubte er mir den letzten Nerv. 

 

Nach meiner CI-Implantation auf dem rechten Ohr wurde es noch schlimmer. Blieb der Tinnitus auf der linken Seite gleich, entwickelte er sich auf dem rechten Ohr zu einer Achterbahn..auf und nieder...

Das schlimme ist, ich möchte schlafen, bin müde und kaputt, aber ich kann es nicht. Ich schlafe nun stundenweise, grad so wie ich es kann.

Da ich den Tinnitus ja nur selbst höre und leider kein Mensch der neben mir steht und durch die ganzen Auswirkungen auch eine gewisse Gereiztheit in meinem Verhalten ab und an vorhanden sind, werde ich auch öfter mal als übellaunig etc. bezeichnet.

 

Da ich aber nicht meinen ganzen Tagesablauf darauf konzentriere, ständig Vorträge über die Auswirkungen des Tinnitus zu halten, habe ich mich auch daran gewöhnt.

 

Seite zuletzt geändert am 03.08.2007 19:00
Copyright by Sindy Funke