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seit dem 05.11.2005
HNO...mit oder ohne "O"

Unverständlich manchmal das Verhalten einiger Ärzte gegenüber Hörgeschädigten. Ein guter Freund von mir schrieb mir mal, manche HNO-Ärzte kennen nur das "H" und das "N"

 

Auch ich habe solche Erfahrungen, zuletzt während meines stationären Aufenthaltes wegen meiner CI-Implantation gemacht. Ich werde hier keine Namen nennen, sondern nur kurze auffällige Punkte, die mir doch sehr an die Nieren gegangen sind.

 

Die von mir unter anderen Punkten namentlich erwähnten Ärzte betrifft es nicht, diese sind ggf. eher als "Vorbild" hinzustellen.

 

Op-Aufklärung durch einen jungen Arzt:

Den Namen dieses Arztes weiß ich bis heute nicht, da ich den weder verstand, noch sein Namensschild lesen konnte.

 

Er wies mich an, mich hinzusetzen. Dann drehte er sich weg und schrieb ca. 5 min in meiner Akte rum. Irgendwann war mir das soviel und ich fragte ihn, was er da schrieb, wenn ich doch nichts sagte. Er winkte mich ran und zeigte mir den Zettel wo ich unterschreiben solle. Es handelte sich um die OP-Risiken. Ich merkte an, dass weder angekreuzt war, dass der Geschmackssinn beeinträchtigt werden könnte, noch die Mengingitisgefahr. Ziemlich barsch haute er die Kreuze da noch hin.

 

Bei der Diagnose stand "hochgradig schwerhörig beiderseits". Ziemlich verwundert fragte ich ihn, was das jetzt soll, da ich nicht hochgradig schwerhörig, sondern ertaubt sei. Er sagte irgendwas, dass dies doch egal sei, Hauptsache ich sei nicht leicht- oder mittelgradig schwerhörig, denn dann wird ja nicht implantiert.
 

 

Vor der OP

 

Morgendliche Visite der junge Arzt vom Vorabend war dabei und kam an mein Bett gehopst und sagte irgendwas mit einer solch übertriebenen Artikulation, dass ich nun gar nichts mitbekam.
 

 

Nach der OP

 

Nach dem Frühstück wurde ich in die HNO-Ambulanz gebracht via Rollstuhl. Ich sollte einen Hörtest machen. Verwundert fragte ich, ob mir der liebe Gott eventuell letzte Nacht das Gehör wiedergab und ich das vor lauter Schmerzen nur noch nicht bemerkt habe.

 

Anschließend CT und Röntgen, um zu sehen, ob das Implantat richtig sitzt. Auch da sprach man "normal" mit mir, die Hälfte bekam ich nicht mit. Als ich im Rollstuhl auf meine Abholung wartete, las ich mir mal meine Akte durch und da fiel mir was Entscheidendes auf. Nirgends war sichtbar der Vermerk "ertaubt" angebracht. Da verstand ich das Verhalten des Pflegepersonals.

 

Beim Verbandswechsel bei einer ebenfalls jungen Ärztin sagte ich ihr, dass ich in ihrem steinernen Gesicht weder Mimik, Gestik noch sonst was erkennen könne, die mir das Verstehen erleichtern. Da fing sie an sich wie ein Clown aufzuführen. Ich war so wütend, dass ich gleichzeitig sprachlos war.

 

Nur wie schon geschrieben, dass waren Punkte, die mich persönlich getroffen hatten. Niemand und auch ich nicht, erwartet einen roten Teppich weil man ertaubt ist, aber etwas entgegen kommen kann ich doch erwarten?



Sooo muss es sein

Ein wirklich gutes Beispiel für eine HNO-Ärztin ist meine behandelnde Ärztin Dr. Simone Schüler.

 

Frau Dr. Schüler spricht nicht nur mit einer sehr guten Körpersprache, sie lernt sogar Fingeralphabet und Gebärden und ist damit vielen ihren Berufskollegen einige Schritte voraus.

 

Auch informiert sie sich selbst viel und gibt dies auch an ihre Patienten weiter. Zum Beispiel über Dinge, die sie auf einer Weiterbildung erfahren hat.

 

Sie hat ein offenes Ohr für Neues und auch ein überaus freundliches Wesen, da muss man sich als Patient einfach wohlfühlen.

 

Ich hoffe sehr, dass ihre Praxis nicht von einer Schließung betroffen ist, sondern der Ärztestreik, welcher momentan läuft, was Positives bringt.

 

Denn wie so mancher vielleicht schon selbst erfahren hat, muss man manchmal lange suchen um einen Arzt zu finden, mit dem man klar kommt bzw. der auch mit einer Hörbehinderung umzugehen weiss.

Seite zuletzt geändert am 08.11.2006 20:11
Copyright by Sindy Funke