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seit dem 05.11.2005
Erstanpassung meines Nucleus Freedom - Sprachprozessor

Das Einleitungsgespräch

Nach einigen gedankenvollen Tagen und schlaflosen Nächten war es gestern (16.12.2005) so weit, Erstanpassung meines Sprachprozessors.

 

Pünktlich war ich im UKB bei Dr.Basta und nach kurzer Verzögerung ging es los.

Zuerst fand eine sehr ausführliche und eindrucksvolle Beschreibung und Erklärung  von Dr.Basta zum Sprachprozessor, der Arbeitsweise und des ganzen Zubehörs statt.

Auch ich hatte viele Fragen und bekam auf alles eine sehr ausführliche und verständliche Antwort. Ich bin jemand, der immer alles genau wissen muss :-)

 

Zum Beispiel erzählte mir Dr. Basta, dass er bei meiner OP anwesend war. Auf meine Frage, was er da genau machte, antwortete er:

 

"...Neben einem allgemeinen Funktionstest (haben alle Elektroden guten Kontakt?) habe ich die neuronalen Antworten des Hörnerven während elektrischer Stimulation gemessen. Diese Messung wurde nacheinander an allen Elektroden des Implantates durchgeführt. Die Ergebnisse ermöglichen eine Aussage zur Lage der Elektrode und helfen später bei der Einstellung des Sprachprozessors..."

 

Natürlich hat mich auch interessiert, ob die Elektroden einen festen Platz in der Cochlear haben, oder ob diese weitmöglichst hinein geschoben werden. Daraufhin erklärte mir Dr. Basta:

"...Es gibt eine empfohlene maximale Insertionstiefe für das Elektrodenarray. Diese wird nicht überschritten, da es sonst aus Platzgründen zu Verletzungen in der Cochlea kommen kann..."

 

Leider war der Prozessor in blau nicht verfügbar, wie ich es mir eigentlich gewünscht habe. Dafür habe ich jetzt einen schönen braunen.

Nachdem alles erklärt und geklärt war, sollte es losgehen. Ich war dermaßen aufgeregt, dass kann sich keiner vorstellen.

Mein Sprachprozessor wurde mit dem Laptop verkabelt und durch ein spezielles Programm wurden nochmals die Elektroden in der Cochlear überprüft.

Dann folgte nochmals eine Erklärung zu dem was jetzt kommen sollte...


Ich kann was hören...

Angefangen wurde mit dem tiefsten Ton...Klick für Klick wurde er lauter gestellt und auf einmal...ich hörte ihn. Ich dachte erst, dass ich träume, aber es war Realität, ich hörte diesen Ton?

 

Nun wurde jeder Sensor nacheinander eingestellt und jeder Ton kam bei mir an. Probleme hatte ich bei dem höchsten, der hat die gleiche Frequenz wie mein Tinnitus und war kaum von diesem zu unterscheiden.

Nachdem die Computereinstellung beendet war (jeder Ton mit dem angenehmsten Empfinden) wurde das Kabel entfernt und die Steuereinheit samt Batterien an die Prozessoreinheit angesetzt.

 

Ich setze alles am Kopf an und schalte ein. Ehrlich gesagt war ich schockiert. Waren vorher ja die einzelnen Töne hörbar, war es nun ein einzigstes Wollknäuel an Geräuschen.

Jedes Geräusch was nun im Raum war, sei es die Stimme, das Telefonklingeln o.ä. hob einen Ton aus dem Knäuel heraus. Ich kam mir vor wie bei Mickey Mouse und wartete auf Donald.


Wie es weiter geht

Aus diesem Knäuel muss ich nun, unter Mithilfe der Reha im HTZ Potsdam lernen, die Töne/Geräusche zu unterscheiden. Mir ist bewusst, dass dies ein harter Weg werden wird, für den ich viel Geduld brauche.

 

Durch die Implantation habe ich diesen Weg eingeschlagen und ich bin bereit ihn zu Ende zu gehen.

 

Ich werde euch daran teilhaben lassen, da mein CI-Tagebuch hier noch nicht zu Ende ist, sondern jetzt wohl erst der spannendste Teil anfängt.

 

Ich bedanke mich an dieser Stelle nochmals bei Dr.Basta, für seine nette, freundliche Art und Unterstützung bei der gestrigen Erstanpassung. Vor allem dem Mut den er mir zugesprochen hat.

 

Nächsten Donnerstag, den 22.12.05 muss ich nach Potsdam ins Hör-Therapie-Zentrum zur ersten interner Link folgtReha-Einheit und dann wird es weiter gehen.

 

Und so sieht mein Kopf jetzt aus mit dem Schmuckstück:

Seite zuletzt geändert am 23.08.2006 18:02
Copyright by Sindy Funke