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Tagebuch 2008

Januar 2008:

Die Musik in mir?

2. Januarwoche:

In der Mittagspause gehe ich mit zwei Kolleginnen spazieren und muss mich unvermittelt bücken, da mein Schnürsenkel aufgegangen ist. Auf einmal höre ich, wie meine Kollegin mich fragt: „Na, haste Geld verloren und suchst es nun?“. Erst nach dem Spaziergang wird mir klar, dass da wieder eine Selbstverständlichkeit stattgefunden hat. Ich werde angesprochen, ohne zu wissen, dass. Muss noch erwähnen, diese Kollegin verstand ich immer schon sehr gut, aber trotzdem.

3. Januarwoche:

Ich entdecke Gesang anderer Art: Anna Netrebko, Edith Piaf oder klassische Musik wie Andre Rieu. Mit einer Kollegin spreche ich darüber. Sie ist klassikbegeistert. Jedenfalls erzählt sie mir, dass jeder Mensch Musik nicht nur anders empfindet, sondern auch HÖRT!....Als ich „google“, finde ich ihre Aussage auf einer Homepage bestätigt und lese mich fest. Diese Entdeckung findet auch auf meiner Homepage Eingang.

Ich versuche, ohne Hilfsmittel zu telefonieren. Klappt leider immer noch nicht. Aber derzeit schaffe ich es nicht, in Ruhe zu üben.
Bei der Logopädin bin ich bis Ende Januar an die 10 Male. Da sie sehr viel Wert auf eine sogenannte Mundgymnastik legt und die Übungen auch danach ausrichtet, zeigt sich für mich ziemlich schnell ein kleiner Erfolg. Auch, weil ich zu Hause übe. Wie immer, ohne Fleiß kein Preis*uff*.. Diese dämlichen Zisch- und s-Laute kommen nun in meinem Gehirn so an, wie ich es mir vorgestellt habe. Und ich habe jetzt das sehr gute Gefühl, dass ich mich sicherer fühlen kann. Allerdings muss ich mich immer zwingen, langsamer zu reden. Dann kann ich mir das „Schnütchen“ auch zurecht legen, oder wenn Wörter mit –ch kommen.

Mit dem Hörtraining geht’s auch weiter. Es bleibt spannend. Bei der einen Stunde wiederholen wir das Geräuscheraten. Beim ersten Mal dieses Geräusches war das eine Woche vor Weihnachten und ich habe nur das linke CI benutzt. Dieses Mal beide, weil ich was ausprobieren wollte. Es ist ein Geräusch, dass beim Frisör entsteht und ich nie gehört habe, weil ich dann immer meine Hörgeräte und nun auch die CI´s beim Haareschneiden nie dran hab. Es ist das Geräusch, wenn nasse Haare geschnitten werden. Hier zeigt es sich wieder, einmal mir erklärt, merkt sich mein Gehirn wie Vokabelnlernen dieses Geräusch. Und meine Therapeutin staunt und dann freuen wir uns beide.

Mit einer Therapeutin aus „meiner“ Kurklinik telefoniere ich auch. Ich glaube, sie hat sich sehr gefreut, denn telefoniert sie mit mir eine halbe Stunde....

Ende Januar habe ich auch wieder eine erneute Einstellung, die mir zunächst auch sehr hilft. Links habe ich nach wie vor zwar immer noch das Gefühl, das Ohr „lahmt“ und denke mir so: „eigentlich müsste ich mal wieder üben...“ Ach ja, als der Audiologe sich die Einstellungen für den rechten SP anschaut, grinst er und sagt, das wäre die 100.te Einstellung. Und als ich ihn dann auf den Umstand hinweise, dass der rechte SP nunmehr 2tes Jubiläum hat, freuen wir uns beide.JJ. Nach dieser Einstellung stehe ich einem CI-Neuling Rede und Antwort und freue mich, ihm eine Zuversicht mitgeben zu können, was das Lernen mit dem CI angeht. Oh mann, die Männer...ich schrieb ja schon: ist das CI ein Auto? Anmachen und alles brummt?

Als ich dieses Jubiläum dann per Mail mitteile, bekomme ich auch liebe Antworten.

Das Hörbuch auf italienisch übe ich dank des Audiobooks weiter zu verfolgen, und da es mir sehr hilft, meinem Gehirn die richtigen Wörter zuzuweisen, beschließe ich, dasselbe auch für englisch zu machen. Mit 10 Euronen pro CD incl. Audiobook ist das ja nicht teuer.

Für den Berliner CI-Verein schreibe ich nach einem Brunch in der Beratungsstelle für Hörgeschädigte einen Bericht und entdecke meine Schreiblust wieder, so dass meine Homepage auch reichlich gefüttert wird.
Was mich ungemein freut, ist, dass anschließend die Zugriffszahlen steigen. Damit bleibe ich am Ball und durchforste das Internet wegen weiteren Themen für meineHomepage. Als ich dann doch mal einige um ihre Meinung frage, wie sie denn den Inhalt meiner Homepage finden, bekomme ich folgende Aussagen

  • Locker geschrieben
  • Viele Infos auf einer Seite
  • Spezielle Seite, trotzdem leicht verständlich

Na...da bin ich mal gar nicht eingebildet*strahl*. Denn genau das wollte ich ja. Eine Seite anbieten, die viele allgemeine Infos anbietet. Zwar zu noch einem recht speziellen Thema, aber dann so aufbereitet, dass man nicht durch das halbe Internet reisen muss, um Informationen zusammen zu haben.

Für den Hannoverschen CI-Verein und auch für eine CI-Zeitung schreibe ich noch einen weiteren Bericht bzw. schicke meinen Kurbericht (Bad Nauheim) hin und beide Texte finden Eingang in den folgenden Ausgaben.

Februar 2008:

Ich fall in ein schwarzes Loch....

Anfang des Monats spinnt das Displayteil meines linken Sprachprozessoren, obwohl ich den ab und an trockne. Und außerdem ist mal wieder die Klappe des Eingangs für das Audiokabel locker bzw. lässt sich nicht mehr schließen. Der Hörgeräteakustiker schafft Abhilfe und nach einer Woche kann ich aufatmen.

Dafür macht mir die laute Geräuschewelt sehr zu schaffen. Irgendwie habe ich mal wieder das Gefühl, mehr mit dem Unterdrücken der lauten Töne beschäftigt zu sein als dass ich das Hören lerne. Den einen Morgen setze ich mich dann hin und „fummel“ mal wieder so lange, bis es in etwa stimmt. Dieses Mal sind die Parameter S=8, V=5. Ein kleines Aufatmen geht für mich durch den Raum und ich stelle für mich fest, dass es unheimlich kraftraubend ist, wenn ich mehr mit dem Unterdrücken beschäftigt bin. Nun habe ich wieder den Sinn auch für andere Dinge. Es bleibt abzuwarten. Noch weiß ich nicht, dass es noch dicker kommt.

In der Selbsthilfegruppe für CI-Träger lasse ich mich auch wieder blicken. Dieses Mal ist es ein interessantes Thema: Die Stimmbildung. Sehr geläutert gehe ich nach Hause und denke darüber nach, meine Stimme mal richtig in die Schule gehen zu lassen. Weit komme ich noch nicht, was die Recherche im Internet angeht.

Auf der Homepage meines Herstellers des Implantates trage ich mich in so eine sog. Familie ein und werde auch mit Informationen versorgt. Außerdem erfahre ich, dass es ein sog. HOLIDAYPACK gibt. Dieses beinhaltet u.a. einen programmierten SP, falls der eigene baden geht. Und noch andere Teilchen, die ich auch als Zubehör bekommen habe. Die Idee finde ich nicht schlecht, leider muss man da 50 Euro für 4 Wochen zahlen. Nach einem Telefonat mit der Firma schicken sie mir das Anmeldeformular und erklären mir die Modalitäten der Beantragung. Ist ausnahmsweise mal unkompliziert. Gut zu wissen, kann ja mal notwendig sein.

Und weil mir dann nach einigen Tagen der Geräuschpegel mal wieder richtig auf den Hörnerv geht, obwohl ich ja umgestellt hatte, bin ich dann nach Voranmeldung in der Charite und lasse mich neu tunen. Hier probieren wir auch noch etwas anderes aus, das mir gut erscheint...dieses Mal kann ich es nicht so erklären, es ist nur so, dass ich gern die Tips „meines“ Audiologen aufgreife und damit zu hören versuche. 

Dann scheint aber irgendwie der Monat Februar gegen mich zu sein:

  • Mein linkes Auge ist nach wie vor eingetrübt. Ich schrieb ja mal was von Eintrübungen am Glaskörper. Mit dem Gucken ist es nicht so dolle. Irgendwie bekomme ich echt Seh-Probleme. So n Mist. Jetzt geht’s das mit dem Hören besser, nun will das Auge nicht. Dafür bin ich froh, das Problem durch das bessere Verstehen/Hören ausgleichen zu können
  • Die Kopfhaut juckt mal wieder höllisch, egal, welches Shampoo ich nehme und als ich dann die Magnetstärke etwas verändere, weil zu locker auch nicht gut ist, piekt es auch noch! Baaaaaah L. Ist ja wie beim Einstellen des Fahrradsattels...bis es stimmt...*ächz*
  • Außerdem scheint mich noch was anderes zu bedrücken. Wahrscheinlich hab ich deshalb permanent Rückenschmerzen und lande beim Orthopäden.
  • Komischerweise friere ich auch dauernd, habe eine Erkältung nach der anderen, und bin dann zwischendurch mal zu Hause, ohne richtig auf die Beine zu kommen.
  • Als nächstes komme ich auch nicht zur Ruhe und schlafe miserabel. Demzufolge ist auch meine Laune entsprechend und ich sehr ungehalten. Außerdem ist mir dauernd schwindelig oder mein Ohr dröhnt immer mal wieder „prima“....
  • Als die Tochter meines Freundes dieses Mal für eine Woche bei uns ist, vertragen wir uns aus verschiedenen Gründen nicht so richtig und das macht mich nachdenklich und traurig.
  • Im Büro stehen auch einige Änderungen an, die mich auch sehr nachdenklich und besorgt machen. Demzufolge bin ich auch deswegen sehr mürrisch und hab mich nicht im Griff. Gott sei dank kann ich mit einer mir sehr lieben Kollegin reden.
  • Womit ich trotz der vielen Erfolgserlebnisse beim Verstehen und Hören nicht zurecht komme, sind die Inhalte, die ich so aufschnappe. Was ich ja eben früher alles nicht so mitbekomme habe. Ist manchmal nicht so easy wegzustecken. Nicht, dass ich wieder schwerhörig sein will, um Gottes willen, nur muss ich zusehen, mit den veränderten Umständen klarzukommen und damit zu leben. Ist eben nicht einfach, so nach knapp 38 Jahren Wattewelt....
  • In der einen Mittagspause bekomme ich nicht gleich mit, dass die Sonne auf mein Implantat scheint. Leider merke ich aufgrund eines tumben Gefühls im Kopf und auch weil mir der Magnet aufgeheizt erscheint, zu spät, was passiert ist Aha, muss ich also mit Schirmmütze beim Essen sitzen oder den Sonneneinfallwinkel richtig berechnen*ooops*. Als ich dann nachmittags schlafe, geht’s mir danach besser.
  • Und nichts macht mir so richtig Spaß...

Demzufolge falle ich irgendwie in ein Loch und fühle mich hundsmiserabel :-(.....*schnief*

Ende Februar teste ich die smartlink in einer Art „Kleiner Hörsaal“. Da das Thema „Hörgeräte und CI“ ist, erfahre ich auch noch einige interessante Fakten und merke immer wieder, der Mensch lernt nie aus. Zu meiner Überraschung werde ich zum Ende des Vortrags zu meinen Erfahrungen gefragt. Besonders beeindruckt sind die Studenten, als ich ihnen vormache, wie es sich für mich die ersten Höreindrücke in Mickey-Maus-Manier und später als „computermäßige“ Stimme darstellen. Aber ich sagte ja immer, wenn es dazu beiträgt, das CI bekannter zu machen und für Verständnis auch in der Bevölkerung sorgt, bin ich immer dabei, Fragen zu beantworten. Zu meiner Freude klappt es mit der Smartlink wunderbar und da fällt mir ein Stein von Herzen, dass ich nun ein richtig gutes Hilfsmittel habe, das zudem klein und handlich ist. Ich hatte ja bereits im Tagebuch 2007 Fotos dazu gemacht.

Noch eins möchte ich hinzufügen. So wie ich glaube, verstanden zu haben, erwähnt der Vortragende, dass der Mensch die Augen zumachen kann und damit optisch eine Entspannung hat. Das gilt aber nicht für die Ohren, denn die sind die Wächter unseres Daseins (mit meinen Worten ausgedrückt). Nicht dass ich das nicht wusste, aber dann habe ich endlich EINE Erklärung, warum ich trotz der vielen Hörerlebnisse, die ich genieße, auch mitunter ungehalten bin.

Dennoch zum Schluss ein lustiges Erlebnis: Wir sitzen beim Abendbrot und mein Freund brabbelt aus Quatsch mal so vor sich hin, dass er sich den „Schlauchsalat“ nimmt. Als ich dann kichere, wegen der Verballhornung, lacht er auch und sagt, dass es enorm ist, dass ich bislang keine einzige seiner sprachlichen Verunglimpfungen falsch verstanden habe. Und da bin ich wieder froh, dass auch er mit mir übt :-)...

März 2008:

Unfreiwillige Rückkehr in die kleine Wattewelt

Das erste März-Wochenende ist nach längerer Zeit wieder ein gemütliches Wochenende und ich nutze dies auch zum Nachdenken.

Ich sagte ja schon öfter, dass am Tage sehr viele hörmäßige Eindrücke auf mich einprasseln, so dass ich abends vor Erschöpfung nicht mehr richtig orten/einordnen kann, wenn es z.B. Geräusche aus der Küche sind oder es spontane Fragen von meinem Freund sind. Begebe ich mich ins „akustische Offline“, ist es dann sehr ruhig und entspannender, dafür klappt das von den Lippen ablesen nicht mehr gut. Irgendwie befinde ich mich in einem Dilemma: Einerseits nie wieder die Hörwelt missen wollen, andererseits mitunter sehr erschöpft.

Außerdem merke ich, dass mein linkes Ohr wohl nicht so richtig mitarbeitet. Hinkt es hinterher, weil ich nicht mehr übe oder setzt mir der Stress zu? Nach der ersten Märzwoche übe ich doch wieder mehr, nur mit dem linke Ohr zu hören, und fühle mich wieder in die Welt mit den Hörgeräten zurückversetzt. Alles ist sehr gedämpft und hallt mitunter nach. Auch entgehen mir die am Rande erwähnten Sätzchen, bekomme also nicht alle Informationen mit, wie mit beiden „Ohren“. Sicherlich ist es auf der einen Seite entspannender, aber mich beunruhigt diese „Art“ von Stille doch mehr, als ich es mir eingestehen will, da ich es ja nun auch anders kenne.
Als ich dann nach 1 ½ Wochen den rechten Sprachprozessoren dazuschalte, hört es sich wieder ungewohnt laut an, aber dann geht es mir wieder guuut!

April 2008:

„Blinder Fleck“

Eine neue Einstellung steht an. Nix Neues. Es geht aber schneller mit der Eingewöhnung, weil es doch entspannter ist, vieles eben so zu hören, dass ich für meine Begriffe ALLES höre. Ich merkte ja selber schon, dass mal wieder der „Saft“ fehlte und demzufolge es anstrengender wurde.

Was interessant bleibt: Wenn ich akutisch online bin, bin ich beim Ausräumen der Geschirrspülmaschine (ein Beispiel) nicht lauter als andere. Aber sowie ich offline bin, ist es wie früher. Ich bin LAUUUT! Irgendwie habe ich dann das Gefühl, so eine Art „blinden Fleck“ im Gehirn zu haben und demzufolge keine Orientierung.

Das Telefonieren gehört nunmehr zu den Selbstverständlichkeiten meines Alltags und mein Freund delegiert auch Telefonate an mich. Als ich wegen Bestellungen mit einem Versandhaus des öfteren telefonieren muss, klappt das immer gut, obwohl ich immer andere Gesprächspartner habe.

Mai bis Juli 08:

Immer wieder neue Erfahrungen!

In den Monaten Mai, Juni, und einem Teil des Monats Juni passiert nichts Besonders.

Die sommerlichen Kreislaufprobleme wirken sich manchmal auf mein Hören aus, aber nach Erfrischungen aller Art geht es dann besser, manchmal hilft auch ein Nickerchen. Dennoch schwanke ich des öfteren beim Gehen und fühle mich sehr unsicher, wenn ich im Dunkeln mich bewege und schlingere beim Laufen. Treppe runter habe ich immer das Gefühl, mir wird schwindelig.

In der Zeitung „Schnecke“ lese ich einen Bericht über ein mehrfach behindertes Kind, das nach der Implantation des CI´s laufen gelernt hat. Diesen Aspekt finde ich insofern interessant, weil es mir auch zeigt, wie sehr der Gleichgewichtssinn durch die Ohren bestimmt wird und welche Auswirkungen das hat.

Dadurch, dass ich in der o.g. Zeitung auch publiziere, scheint sich mein Name manchmal rumzusprechen und ich bekomme nette e-mails.

Der rechte Sprachprozessor hat eine Macke, das „Spiel“ zwischen dem oberen und unteren Teil ist zu groß, bzw. beide Teile sitzen nicht mehr so fest aneinander, so dass der Sprachprozessor öfter mal „ausgeht“. Nach meinem Urlaub bekomme ich Mitte August einen neuen Sprachprozessor, der auch noch einmal programmiert wird und dann ist alles wieder „schick“.
Im Urlaub erlebe ich an der Ostsee zum ersten Mal das TOSENDE „Meer“. Die starke Brandung und das laute Geräusch beeindrucken mich so sehr, dass ich wieder staunend am Strand stehe und „Booooh“ mache.

Und noch etwas lerne ich: Nun weiß ich ganz GENAU, warum ein Hund auch WAUWAU genannt wird. Ich sitze in einem Café draußen und beobachte einen Hund, der nach seinem Herrchen „ruft“. Bislang habe ich Hunde eher verschwommen bellen gehört, dieses Mal höre ich es aber ganz klar: „Wau-Wau.... Wau-Wau“. Prima hörtrainingsgerecht. Danke schön, lieber Hund, hast Du fein gemacht!

Im Dienst vertrete ich auch wieder meine Kollegin, was auch bedeutet, dass mein Vorgesetzter sein Telefon auf mich umstellt. Mir rutscht zwar nicht mehr das Herz in die Hose, aber manchmal verstehe ich den Namen nicht. Gut, dass das Telefon ein Display hat, von dem ich die Zahlen ablesen kann. Oft frage ich aber zusätzlich noch zur Nummer. Meinem Vorgesetzten genügen diese Informationen, weil ich ihm erkläre, dass ich mir nicht anders behelfen kann. Dennoch bestätigt mir mein Vorgesetzter, dass ich nunmehr für ihn auch eine Entlastung geworden bin und das ist für mein Selbstwertgefühl richtig gut. Dennoch beschleicht mich manchmal das Gefühl, dass er auch vergisst, dass das CI nicht das normale Hören ersetzt. Ein Paar Tage später haben wir große Besprechung, in der ich trotz der smartlink Probleme habe, weil es viele Themen sind, und komme nicht zum Mitschreiben. Da ich nicht gleich mitbekomme, dass ich hätte Protokoll führen hätte müssen, bin ich heilfroh, dass mir eine Kollegin aus der Patsche hilft, indem wir das Protokoll gemeinsam verfassen. Um solche Umstände künftig zu vermeiden, spreche ich meinen Vorgesetzten ein paar Tage später auf die Protokollführung an und er versteht es, dass ich mich überfordert bin und verspricht mir, andere Kollegen dafür einzusetzen! Puh!

August bis Oktober 08:

Im Dienst geht es richtig rund. Mitunter ist es richtig stressig. Einerseits ist es für mich schön, gefordert zu werden, zu merken, dass ich an Pensum mehr schaffe undmehr Verantwortung übernehmen kann. Trotzdem ist es für mich eine neue Art zu arbeiten, auch weil ich am Telefon oft die Schnittstelle zwischen Anrufer und meinem Vorgesetzten bin, was ja auch bedeutet, verbindlich zu sein, schnell zu handeln usw. Für Hörende nichts neues. Für mich eigentlich auch nicht. Nur der Unterschied ist ja nun, dass ich verstehe, was mir

Seite zuletzt geändert am 02.11.2008 16:16
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